JOTAJOTI 2014 bei der Pfadfindergruppe Bruck an der Leitha

 

Am Wochenende 18./19. Oktober 2014 war es wieder so weit – es fand das alljährliche überaus beliebte JOTAJOTI statt, bei dem  fast 1 Million Pfadfinder und Pfadfinderinnen mittels Internet oder Amateurfunk miteinander in Kontakt treten.

 

 

Auch heuer beteiligte sich die Pfadfindergruppe Bruck an der Leitha gemeinsam mit einigen Mitgliedern des Club Telescouts und war nun schon zum zweiten Mal sowohl beim JOTA als auch beim JOTI aktiv als Gruppe mit dabei. Da wir bereits voriges Jahr ausgesprochen gute Erfahrungen mit den Vorbereitungen und dem Ablauf des JOTAJOTI gemacht haben, konnte die Vorbereitungszeit und eine gemeinsame Besprechung entsprechend kurz gehalten werden. DSC_0002_640 Wie im Vorjahr war unsere Hauptantenne eine 5-Band Spiderbeam Antenne für 10, 12, 15, 17 und 20 m auf einem 12 m hohen Alumast, dazu kam noch eine Deltaloop für das 40 m Band und ein gemeinsam gespeister Doppeldipol für 40 und 80 m als „Inverted V“ gespannt. Unsere Drahtantennen waren jeweils auf einem 12 m hohen Glasfibermast befestigt.DSC_0055_640Für VHF/UHF wurde Svens X-50 Vertikalantenne mit seinem IC-7100, das sogar D-Star fähig ist, verwendet. Sven verwendete für Kurzwelle die Deltaloop für 40 m und konnte damit auch einige Verbindungen machen. An der Spiderbeam wurde Rolands IC-7000, der mit Modem und Tuner in einem Funkkoffer verbaut war, angeschlossen. DSC_0026_640 Neu war heuer ein zusätzliches reines Kurzwellengerät, Michaels neuer Elecraft K3 Transceiver wurde am Doppeldipol für 40 und 80 m verwendet. Michael hatte sogar, weil bei gleichzeitigem Betrieb von zwei Kurzwellenstationen gegenseitige Störungen zu befürchten waren, extra fertig abgestimmte Bandpassfilter besorgt. Es stellte sich aber heraus, das man bei geschickter Frequenzwahl und Vorsicht durchaus auch ohne zusätzliche Filter arbeiten konnte. DSC_0018_640Beim JOTA gab es am Samstag Vormittag für die Altersgruppe GuSp (Altersstufe der 10-13 jährigen) ein Programm, das mit einem Einführungsvortrag von Ernst, OE1EOA begann. Danach waren einige Kinder auch bei mir an der Kurzwellenstation. Zum Teil kannten sie den Betrieb an der Station schon vom Vorjahr und manch einer wie Matthias griff auch zum Mikrofon und machte z.B. mit OE2XWL/2 in St. Gilgen gleich eine Funkverbindung.An Michaels Station waren Matthias (11), Lara (13), Sascha (12), Paul (10), Klara (11) und Hannah (11) – hier wurde auch eine kleine Einführung in das Morsen gemacht und die Kinder durften natürlich Michaels Morsetasten auch selbst ausprobieren. DSC_0048_640 Für die Kinder gab es verschiedene Stationen, so das es nie langweilig wurde und den Kindern machte es sichtlich sehr großen Spaß. So gab es auch eine eigene Morsestation, wo man mit „Paperclip-Keys“ – also Morsetasten, die im Prinzip aus einem Stück Holz und einer Büroklammer bestanden, selbst morsen konnte – das Morsen war überhaupt ein Publikumsmagnet! DSC_0052_640Weil das Hauptaugenmerk bei diesem JOTA besonders die Telegraphie war, hatte Susanne, OE3YOS auch eine eigene Station, bei der die Kinder die Morsezeichen mit sogenannten „Paperclip Keys“ – also Morsetasten, die im Prinzip aus einem Stück Holz und einer Büroklammer bestanden, mittels Morsesummer geben konnten und ein zweiter Pfadfinder musste die Morsezeichen dann wieder entschlüsseln.Auch am Samstag Nachmittag gab es ein Programm, diesmal für die WiWö (Altersstufe der 7-10 jährigen). Unser Ernst, OE1EOA war ja früher Wöflingsmeister und hatte bei seinem kleinen Vortrag mit den WiWö recht viel Freude, da sie besonders neugierig waren und auch sehr gute Fragen stellten. Nachdem das schon bei den GuSp sehr gut funktioniert hat, waren auch die WiWö besonders aufmerksam und sehr interessiert – Ernst war voll des Lobs über beide Stufen! Beim JOTAJOTI gab es für die Kids auch eine sogenannte Fuchsjagd, die von Rainer OE1KIS gemacht wurde. Hier musste ein zuvor im nahe gelegenen Harrachpark versteckter Fuchs (kleiner Sender) mit eigenen Peilempfängern wieder aufgespürt werden. DSC_0131_640Die Kinder waren bei der Fuchsjagd ausgesprochen geschickt und meist dauerte es nur knapp eine Viertelstunde, bis der Fuchs nur mit Hilfe der Peilgeräte entdeckt wurde. Coole Sache für die Pfadfinder, solche „Funkfüchse“ aufzuspüren! Es wurden alle Füchse gefunden und weil es draußen trocken und sehr warm war, war dies ein ausgesprochen tolles Outdoor Spiel, das von den WiWö besonders gerne ausprobiert wurde. Auch beim JOTI tat sich eine ganze Menge, so wurden sehr gerne Videochats durchgeführt, aber auch normale Chatverbindungen in alle Welt wurden vom JOTI Team der Pfadfindergruppe Bruck an der Leitha gemacht. DSC_0084_640Bereits am Samstag konnten untertags bereits die ersten JOTI Verbindungen mit anderen Pfadfindern gemacht werden und Samstag Abend waren auch die meisten von unserem JOTA Team dabei, um sich das JOTI einmal von der Nähe aus anzusehen. DSC_0210_640Wir konnten sogar bis Neuseeland und Australien einen Videochat machen und die Qualität war wirklich beeindruckend. Unglaublich, das wir mit anderen Pfadfindern am anderen Ende der Welt einfach so per Videochat plaudern konnten! Wurde schon am Freitag bis spät in die Nacht Betrieb gemacht und bis nach 1 Uhr gefunkt, wurde dies am Samstag abend natürlich noch locker überboten. Schließlich tauchten spät in der Nacht die begehrten Stationen GB2GP (Gilwell Park in Großbrittanien) und sogar HB9S (World Scout Bureau in Genf) mit PA3BAR Richard Middlekoop als Operator auf, die beide unserer Station OE3J jeweils auf einen allgemeinen Anruf (CQ Ruf) im 40 m Band zurück kamen! DSC_0013_640Besonders bei unserem Ernst – österreichischer National JOTA Coordinator Assistent – und so wie PA3BAR ebenfalls Teammitglied von HB9S im Jahr 2012, war die Freude sehr groß, als er über unsere JOTA Station OE3J mit Richard direkt auf dem 40 m Band eine Sprechfunk-Verbindung machen konnte. Ernst war damals extra nach Genf gefahren, um dort von HB9S aus beim JOTA mitzumachen und kennt Richard deswegen sehr gut.DSC_0062_640Auch Susanne OE3YOS und Sven OE3BLS waren sehr aktiv beim JOTA und schafften sogar Telegrafieverbindungen, sie verwendeten dazu ihren ICOM IC-7100 mit 100 Watt Sendeleistung und der 40 m Deltaloop sowie ein automatisches Anpassgerät. Besonders am Samstag Nachmittag waren die Bedingungen auf Kurzwelle und hier besonders im 10 m Amateurfunkband ausgezeichnet. Es wurden viele Stationen aus den USA, Kanada und sogar Puerto Rico gearbeitet. DSC_0029_640Am Sonntag vormittag bekamen wir auch noch von den CaEx und RaRo Besuch und durch Zufall konnten wir auf dem 10 m Amateurfunkband eine Station arbeiten, die wir bereits im Vorjahr zum ersten Mal gehört hatten. Es handelt sich um V55JOTA – eine deutschsprachige Pfadfinderstation aus Windhoek in Namibia! v55jotaDie Ausbreitungsbedingungen hatten sich gegenüber Samstag leider etwas verschlechtert und wir waren gerade auf dem 10 m Band am CQ Jamboree rufen, als uns Mike V55JOTA aus Namibia zurückkam. DSC_0251_640Das Signal war sehr laut und es begann eine sehr schöne und lange Verbindung, wo wir der Reihe nach mehrere Operator an der Station von V55JOTA kennenlernen durften. Mike und Rob, sowie Seraina (14), Melina (12) und Abigail (11) erzählten uns über ihr Leben in Namibia und das es dort sogar eine deutsche Privatschule gibt und unmittelbar bei der Funkstation einen eigenen Flughafen!DSC_0264_640An unserer Station hatten nach Susanne OE3YOS nun auch Sven OE3BLS und RaRo Moritz das Mikrophon von Michael OE1CIW übernommen und plauderten nun mit Pfadfindern in Namibia. Die leistungsstarke Station von V55JOTA ermöglichte uns ein längeres, sehr nettes Funkgespräch, das uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Insgesamt erreichten wir mit unserer Headquarter Pfadfinder Amateurfunkstation OE3J 169 Stationen beim Jamboree-on-the-air 2014, davon waren 39 Stationen auch Pfadfinderstationen.

Die Länderbilanz unserer JOTA Station OE3J ist mit 46 erreichten Ländern bemerkenswert, vor allem weil wir nur mit etwa 100 Watt Sendeleistung Betrieb machten.

So konnten wir neben reihenweise Amerikanern, Europäischen und Asiatischen Teil Russlands, Kroatien, Finnland, Frankreich, Lettland, Litauen, Bulgarien, Griechenland, Ukraine, Slowakei, Rumänien, Schweden, Türkei, Belgien, Ungarn, Israel, Australien, Puerto Rico, Kanada, Zypern, Island, Serbien, Chile, Polen, Marokko, Kanarische Inseln, Slowenien, Nigeria und Kasachstan arbeiten und hatten sogar mit Pfadfinder-Stationen aus folgenden Ländern Kontakt:

Norwegen, Dänemark, Großbritannien, Spanien, Japan, Österreich, Algerien, Niederlande, Deutschland, Portugal, Brasilien, Italien, Ägypten, HB9S vom Pfadfinder Weltbüro in Genf mit Richard Middlekoop PA3BAR (World JOTA-JOTI Coordinator) am Mikrofon sowie GB2GP vom Gilwell Park und wie im Vorjahr als besonderes Highlight V55JOTA – eine deutschsprechende JOTA Station aus Namibia, wo wir diesmal auch mit einigen in der Funkstation anwesenden Jugendlichen Kontakt hatten!

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Schon die Premiere im Jahr 2013 war ein tolles Ereignis und auch das JOTAJOTI2014 bei der Pfadfindergruppe Bruck an der Leitha war wieder ein ganz besonders schönes Jamboree, bei dem es uns wieder gelungen ist, ausgezeichnete Kontakte mit anderen Pfadfindern und Pfadfinderinnen aus aller Welt zu pflegen.

Sowohl über das Internet mit Videoverbindungen nach Neuseeland als auch über Sprechfunk und Funkbetrieb mit Morsetaste und Telegraphie in die ganze Welt – bei der Pfadfindergruppe Bruck an der Leitha war an diesem Wochenende die ganze Welt im Pfadfinderheim zu Hause! Den Kindern und uns hat es jede Menge Spaß gemacht und wir freuen uns schon sehr auf weitere JOTAJOTI Aktivitäten!

Ganz herzlichen Dank für die sehr nette Gastfreundschaft bei Euch, die tolle Bewirtung mit megagutem Essen und Trinken und die wirklich fruchtbare Zusammenarbeit sowohl bei der Vorbereitung als auch beim JOTAJOTI selbst. Es macht großen Spaß, mit euch gemeinsam das JOTAJOTI durchzuführen und wir freuen uns schon auf das nächste Mal!

Ein herzliches GUT PFAD und wie wir Funkamateure auch beim Morsen als Abkürzung sagen: CUAGN (see you again)