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JOTA 2011 - OE1XJA/3 zu Gast bei der Pfadfindergruppe Langenlois

Das JOTA fand dieses Jahr zum ersten mal bei der Pfadfindergruppe Langenlois statt. Der ADL307 hat gemeinsam mit dem Club Telescout eine Funkstation aufgebaut und Funkbetrieb vorgeführt. Da wir Sprechfreiheit hatten, konnten die Pfadis selbst ans Mikrofon und "Funken".


DIE VORBEREITUNG

Roland Spannagl, mit 14 Jahren einer der jüngsten lizensierten Amateurfunker Österreichs und mittlerweile mit eigenem Rufzeichen OE3CTS hatte durch den Kontakt zu Maria Engelbrecht, Pfadfinderstufenleiterin der Pfadfindergruppe Langenlois die Idee, das heurige Jamboree-on-the-air auf deren Lagerplatz zu machen. Bis zuletzt war nicht ganz sicher, ob es auch stattfinden würde. Einige Wochen vor dem JOTA kam dann das OK und Michael - OE1CIW und Roland, OE3CTS wollten diesmal was ganz besonderes beim JOTA den Pfadfindern der Pfadfindergruppe Langenlois bieten, galt es doch einer Gruppe mit an die 40 Leuten den Funkbetrieb möglichst gut zu präsentieren und ihnen die Möglichkeit zu geben, viele neue Dinge, die das JOTA bietet, kennenzulernen.


 

Dieses Jahr war durch meine Augen-OP im Juli deutlich weniger Vorbereitungszeit und daher mussten wir in relativ kurzer Zeit sehr viel organisieren. Binnen weniger Wochen sah es bei mir zu Hause und in meinem Geschäft aus wie bei einem Händler für Amateurfunkzubehör. Da waren da so Dinge wie 2 Aluminium Teleskopmasten, ein riesiges Alustativ, ein Mastfuß mit nivellierbaren Standfüssen, eine 5 Element Yagi für 50 MHz, ein Antennenrotor und die Hauptattraktion - ein 5-Band Spiderbeam für Kurzwelle und natürlich jede Menge andere furchtbar wichtige Dinge wie Oberlager, Antennenabspannungen ...
Ein Vorteil daran: Meine Frau Christine kennt mittlerweile all diese Dinge exakt beim Namen und nicht mehr so wie früher mit dem Überbegriff "Klumpat" - hihi.

AUFBAU DER ANTENNEN UND GERÄTE DER PFADFINDER-AMATEURUNKSTATION OE1XJA/3

Durch Rolands gute Kontakte zum ADL307 Krems/Langenlois wurden wir ganz toll auch durch deren Mitglieder beim Aufbau der ganzen Antennenanlage unterstützt. So waren Werner - OE3HWU, Andreas - OE3AAU, Franz - OE3AHB, Manfred - OE3MLW, Edi - OE3EDW stets zur Stelle, wenn es darum ging die Masten aufzubauen und die Antennen zu montieren - sogar beim späteren Abbau waren OE3AAU und OE3MLW mehr als helfende Hände - DANKE !!!

Hilfreiche Unterstützung erfuhren wir auch von Horst - OE3OOW, der von uns professionelle Fotos für einen Zeitungsartikel machte.


Die grösste Herausforderung war eindeutig die Spiderbeam Kurzwellenantenne, vor allem weil sie noch nie aufgebaut war und daher alles komplett neu gemacht werden musste - also insbesonders Ablängen und Vorbereitung der einzelnen Drahtelemente. Nachdem wir am Freitag leider erst um 14 Uhr mit dem Aufbau beginnen konnten, war dies die größte Herausforderung, weil es gegen 18 Uhr langsam dunkel wurde und vor allem bitterkalt ! Wettermäßig hatten wir dennoch großes Glück, weil es vor allem keine Niederschläge gab, sonst wäre es richtig schlimm gewesen.


Der Aufbau der bisher noch originalverpackten Spiderbeam erwies sich als zeitraubender als gedacht und so konnte wohl das Grundgerüst der Antenne bei Flutlicht aufgebaut und vorläufig auf einem Sonnenschirmständer montiert werden, die eigentlichen Drahtelemente mussten aber - vor allem weil es in der Nacht schon empfindlich kalt wurde - in der Funkstation für die spätere Montage am Samstag morgen vorbereitet werden.


 

Zeitig in der Früh wurde die Spiderbeam fertiggestellt und am Antennenmast montiert. Die Montage des Oberlagers für die Abspannung der Antenne musste noch befestigt und die vier Abspannungen an den Häringen befestigt werden. Daneben wurde auch noch der zweite Antennenmast mit der 5 Element Yagi für 50 MHz und eine Vertikal für 2m/70cm aufgebaut und die Koaxialkabel zur Funkstation geführt, dabei wurde nach Möglichkeit versucht am Gelände selbst so wenig wie möglich Kabeln herumliegen zu lassen (Stolperfallen), weil doch an die 45-50 Pfadfinder aller Altersstufen am Gelände waren.


Weil wir mit dem Aufbau unserer Station und der Antennenanlage von OE1XJA/3 doch noch länger als erwartet beschäftigt waren, hatte Werner - OE3HWU die Idee, seine Kurzwellen-Funkstation mit Magnetic-Loop Antenne und G5RV Drahtantenne aufzubauen, um den Pfadfindern, die größtenteils bereits zu ihrem Wochenendlager eingelangt waren, eine funktionsfähige Station präsentieren zu können.


Marisa - Stufenleiterin der Pfadfindergruppe Wilhelmsburg - hatte Morsekenntnisse und konnte den Pfadfindern, die zum Wochenendlager und zum Jamboree-on-the-air 2011 nach Langenlois gekommen waren waren, die Morsezeichen näher bringen und bei angenehmen Herbsttemperaturen im Freien einen Workshop dazu halten.

 
Darauf hatten alle gewartet: Anfangs als überdimensionale Wäschespinne belächelt, entpuppte sich der sogenannte Spiderbeam als hervorragende DX-Antenne für den Kurzwellenbereich von 14 bis 28 MHz. Die Antenne war mit einem Antennenrotor G-450 C in etwa 8 m Höhe aufgebaut und konnte so mit einem Steuergerät direkt aus der Funkstation auf maximales Signal der Gegenstationen ausgerichtet werden. Auch die Möglichkeit, unerwünschte Signale ausblenden zu können, funktionierte perfekt und so konnten viele Verbindungen deutlich besser als früher abgewickelt werden.
 


 

Roland - OE3CTS hielt ganz zum Anfang des JOTA´s einen Einführungsvortrag für die anwesenden Pfadfinder/innen und hatte sich darauf perfekt vorbereitet. Anfangs eigentlich als Vortrag mit Beamer geplant war es fast besser, das der Beamer kurz vor dem JOTA den Geist aufgegeben hatte - so kamen wir in den Genuß eines Einführungsvortrags, der im Freien stattfand und perfekt funktionierte. Ich hätte es nicht besser machen können und Roland war ganz in seinem Element - PERFEKT !


Viele Pfadfinder machten ihre ersten Verbindungen an der UKW-Station von Andreas - OE3AAU und so konnten einige Funkstationen im Umfeld von Langenlois mit Sprechfunk erreicht werden. Danach probierten einige auch aus, wie es denn auf Kurzwelle funktioniert - hier wurde mehrheitlich Englisch als Sprache verwendet.


Moritz war einer, den besonders die Kurzwelle und die weltweiten Verbindungen interessierten und er kam des öfteren auch alleine in die Funkstation um sich zu informieren, welche Länder gerade gearbeitet wurden. Besonders interessant war es, das heuer ausgesprochen viele - auch seltene - Länder beim JOTA teilnahmen und zeitweise war das Pile-up bei manchen Exoten wirklich sehr stark und wir wünschten uns insgeheim eine dicke Endstufe...

 
Neben der Kurzwelle gab es etwas, was wirklich alle brennend interessierte: eine eventuell mögliche Sprechfunkverbindung zur Internationalen Raumstation ISS ! Nach Ankündigung auf www.scout.org sollte der Kommandant der derzeitigen ISS-Besatzung und aktiver Pfadfinder, Mike Fossum - KF5AQG, beim heurigen JOTA 2011 Funkbetrieb auf der ISS machen, um anderen Jamboree-Stationen die Gelegenheit zu geben, mit ihm Kontakt aufnehmen zu können. Vermutlich gab es zuviele Kontakte am amerikanischen Kontinent und bei den europäischen Überflügen war leider nur das Bakensignal der ISS hörbar - aber immerhin. Das Interesse der anwesenden Pfadis war riesig und man konnte wirklich die Uhr nach ihnen stellen - so präzise habe ich noch keine Pfadfinder zu einem Event kommen sehen, hi !


 

Das mit dem ISS-Funkkontakt - oder wenigstens mit einem Sprechfunksignal aus der Raumstation - bieb leider ein frommer Wunsch. Dafür ging es auf Kurzwelle zeitweise sehr gut und man bekam auf manche allgemeine Anrufe mehrere Stationen zur Wahl. In großer Anzahl waren - wie jedes Jahr - die Pfadfinderstationen aus den Niederlanden aktiv, auffällig war eine hohe Beteiligung weltweiter Pfadfinderfunkstationen - oder ging die Spiderbeam wirklich so gut ?


 

Michael - OE1CIW hatte eigentlich auch ein wenig Telegraphie machen wollen, aber bei den tollen Signalen auf den üblichen Sprechfunkfrequenzen der JOTA-Stationen war das Vorhaben bald zum Scheitern verurteilt und es wurde hauptsächlich in Sprechfunk auf Kurzwelle in Englischer Sprache gearbeitet.
 


Die Faszination des Sprechfunks auf Kurzwelle und den weltweiten Kontakten sprang sehr bald auf die ganze Pfadfindergruppe über und so konnte das Mikrofon in der Pfadfinderrunde immer herumgereicht werden und viele anwesende Pfadfinder/innen machten mit andern Jamboree-Stationen weltweit Kontakte.

Abschließend möchte ich mich im Namen des Club Telescout (CTS) bei der Pfadfindergruppe Langenlois für Euer Entgegenkommen, für Eure Hilfsbereitschaft und für die gute Zusammenarbeit sehr herzlich bedanken !!! Ihr habt bei den Pfadfindern Langenlois wirklich ein tolles Team, bei dem man gut aufgehoben ist - auch der Kontakt mit den Pfadis aus Wilhelmsburg war super ! Beim Aufbau waren auch die Funkamateure vom Bezirk Krems / Langenlois eine sehr große Hilfe !

Wir hoffen, das ihr von dem Jamboree-on-the-air auch etwas profitieren konntet und ihr das JOTA 2011 positiv in Erinnerung behält. Roland und mir hat es total gut gefallen und wir würden beide sehr gerne wiederkommen, weil wir uns bei Euch sehr wohl gefühlt haben. Bisher war dieses JOTA mit großem Abstand das Schönste, das ich mitmachen durfte, vor allem weil auch so viele Pfadis daran interessiert waren. Ihr habt das ganz im Sinne der Pfadfinder optimalst unterstützt und das ist beileibe nicht überall so !

Bis zum nächsten JOTA 2012 - GUT PFAD !
Euer Roland - OE3CTS und Michael - OE1CIW