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Geschrieben von Ernst Michael Zitta   
Samstag, 26. Januar 2008
Morsezeichen

Am 24. Mai 1844 übermittelte der US-amerikanische Maler und Erfinder Samuel Morse die erste "Fern-Nachricht" von Washington nach Baltimore. Er bediente sich hierbei einer Zeichenschrift, aus der später das Morse-Alphabet hervorging. Als Samuel Morse das erste Telegramm sendete, ahnte er nicht, daß er einmal als Erfinder der Telegrafie weltberühmt werden würde. Die Fernnachricht, die er am 24. Mai 1844 von Washington nach Baltimore übermittelte, lautete: "What hath God wrought."

ImageBereits vier Jahre später verfügten alle amerikanischen Bundesstaaten über Morsetelegrafenlinien, und das Klicken der Morsetasten begleitetet die Erschließung des neuen Kontinents. Die überschwängliche Begeisterung von damals ist heutzutage im Zeitalter von E-Mail und Internet nur noch schwer nachvollziehbar - es sei denn, man ist Amateurfunker, wie ich: "Morsen wird im Amateurfunk eingesetzt für weltweiten Funkverkehr und hört sich in etwa so an, wenn ich jetzt diesen Anruf starte - dah di dah die dah dah die dah - das heißt CQ und bedeutet "ein allgemeiner Anruf an alle" von OE1CIW, das ist mein Amateurfunkrufzeichen."

Samuel Morse hatte mit Technik wenig zu tun. Der Sohn eines Geistlichen verdiente sein Geld als Kunstmaler. Erst im Oktober 1832 packte ihn das Telegrafenfieber. Der 42jährige hatte an Bord eines Schiffes den Naturforscher Charles Jackson aus Boston kennen gelernt, der ihm von Ampéres Experimenten mit Elektromagneten erzählte. Samuel Morse war fasziniert. Wenn elektrischer Strom in einer Magnetspule über die gesamte Länge eines Drahtes fließt, müsste man doch mittels der Elektrizität auch sinnvolle Zeichen über jede beliebige Entfernung leiten können.

Beim Morsen ist es heute so, dass es auch in diesen Ländern unverzichtbar ist, die zum Beispiel zur Dritten Welt gehören. Morsen ist die preiswerteste aller Betriebsarten und wird weitgehend nur durch den Menschen realisiert, indem er einfach zwei Kontakte schließt. Als Gerät brauchen Sie einzig und allein ihr Gehör und Ihre Morsetaste.

Samuel Morse bastelte 1832 aus Drahtresten, Blechabfällen und seiner Wanduhr den ersten Morseapparat, den man heute noch im Deutschen Museum in München besichtigen kann. Fünf Jahre lang experimentierte Morse. Erst als ihn Hüttenwerksbesitzer Alfred Vail unterstütze, konnte Samuel Morse seine Erfindung vollenden und 1840 patentieren lassen. Drei Jahre später bewilligte der Kongress Gelder für den Bau der 60 Kilometer langen Telegrafenlinie. Die Geschwindigkeit des Klickens war und ist enorm. Telegrafisten hörten damals 125 Buchstaben je Minute, automatisiert werden heute 350 Zeichen übertragen. Man darf sich nicht vorstellen, dass man einfach nach Punkten und Strichen lernt, es sind Klangbilder, die man sich einprägen muss, damit man besonders hohe Geschwindigkeiten beherrscht. Zu Morses Zeiten wurden noch blanke Leitungsdrähte mittels Isolatoren an Holzstangen befestigt. Solche Telegrafenmasten haben das Bild der Landschaft nachhaltig verändert - und nicht nur die Landschaften: So ist das Symbol für Elektrizität in die chinesische Zeichensprache eingegangen.

Das Faszinierende an der Morsetelegrafie ist, dass es ermöglicht, auch ohne Fremdsprachenkenntnisse weltweit zu kommunizieren. Unter ungünstigsten Funkbedingungen sind Morsezeichen häufig die einzige Möglichkeit, ein Gespräch überhaupt zu beginnen oder sinnvoll zu beenden. Samuel Morse gründete seine eigene Telegraphie-Gesellschaft und wurde reich. Es hat ihn wenig gekümmert, daß das nach ihm benannte Morse-Alphabet eigentlich von dem preußischen Telegrafen-Inspektor Friedrich Clemens Gerke entwickelt worden war. 20 Jahre nach dem ersten Telegramm setze sich die Morsetelegrafie auch in Europa durch. Ihre ganz große Zeit begann erst, als 1901 drahtlos der Nordatlantik mit einem Funksender überbrückt wurde.

Noch heute werden manche Funkverbindungen vor allem bei schlechten Ausbreitungsbedingungen in Telegraphie gemacht. In der englischen Sprache wird auch die Bezeichnung "continous wave" bzw. die Abkürzung "CW" verwendet. Für das Erlangen einer Amateurfunklizenz mit Telegraphie ist in Österreich heute nur noch das Geben und Hören von 25 Zeichen pro Minute notwendig. 

Buchstaben, Zahlen und Satzzeichen und die entsprechenden Morsezeichen:

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Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 14. Februar 2008 )
 
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